Nächste Veranstaltung >
Jahrestagung 30. 9. -1. 10. 2011

Anmeldung



Jahrestagung Herbst 2011

Grenzziehung – Grenzüberschreitung – Neue Perspektiven auf das Horn von Afrika 
WAKHVA Annual Conference
30. September – 1. Oktober 2011
Einladung, Programm, Anmeldung

Grenzen spielen in allen Bereichen von Kultur, Gesellschaft und Politik eine Rolle. Die Abgrenzung eines Landes, einer Gruppe, einer Sprache, einer Epoche oder eines Individuums vom jeweils anderen ist nicht nur eine Grundvoraussetzung für Identitätsbildung, sondern scheint ein Grundbedürfnis nach Ordnung zu bedienen. Das Eigene und Spezielle kann immer nur über die Beziehung zum Anderen – über die Grenze hinweg – wahrgenommen werden. Im politischen und sozialen Bereich werden Grenzen oft als notwendig, unüberwindbar und/oder als Problem wahrgenommen. Dabei wird häufig übersehen, dass Grenzen auch Chancen eröffnen und rekonfigurierende Dynamiken mit transformatorischer Wirkung in Gang setzen. Somit definieren sie nicht nur territoriale, ethnische oder nationalstaatliche Bezugsrahmen, die nicht selten Anlass zu Konflikten sein können. Vielmehr enstehen, oftmals unter kriegsähnlichen Zuständen, grenzüberschreitende border communities, deren Interessen durchaus quer zu nationalstaatlichen Bestrebungen liegen können. Auch die sprachwissenschaftliche Forschungen hat nach Versuchen der Abgrenzung und Klassifizierung mehr Gewicht auf die „fließenden“ Übergänge gelegt und mit der Kontaklinguistik eine entsprechende Subdisziplin geschaffen. Moderne historische Ansätze gehen wiederum nicht mehr von einheitlichen Periodisierungen aus, sondern nehmen die historischen Akteure ernst und sprechen von „Zeitschichten“ . Im Bereich der Ökonomie ist man sich vielleicht am deutlichsten der Relativität von Grenzen bewusst. Das bedeutet keineswegs einem „unbegrenzten“ historischen Blick auf den Schiffshandel und Karawanennetzwerken das Wort zu reden. Obgleich politische, geographische und andere Grenzen durchlässig waren, hatten sie ihren Preis – in Form von Zöllen, Bestechungsgeldern und Menschenleben.
Bei der Betrachtung des Phänomen Grenze werden Grenzziehung und Grenzüberschreitung in einem dialektischen Verhältnis gedacht. Die daraus resultierenden Prozesse sollen auf der internationalen Fachtagung des Wissenschaftlichen Arbeitskreises zum Horn von Afrika unter dem Thema
Grenzziehung – Grenzüberschreitung – Neue Perspektiven auf das Horn von Afrika mit einem multidisziplinären Zugang genauer diskutiert werden.

WAKHVA Annual Conference 2011 – Short Report

The conference on Borders and border crossing – New perspectives on the Horn of Africa, organized by the Wissenschaftlicher Arbeitskreis Horn von Afrika e.V (Academic Research Association Horn of Africa e.V. – WAKHVA) in co-operation with the Zentrum für Moderner Orient (ZMO), took place at the ZMO in Berlin on September 30th – October 1st, 2011.
The two-day multidisciplinary conference dealt with concepts of borders as manifestations of human imagination. Likewise, political, economic and socio-cultural processes are constantly creating borders. Those borders are producing mind-sets and behavioural patterns, consolidate resources and, thus, create self- or alien-perceptions and affiliations, respectively. New and renewed border constructs within and among social groups, as well as the respective processes of inclusion and exclusion, are continuously affecting both individual and collective self-conceptions. Though, the existence of borders may educe transitions out of it or even stipulate border-crossings. These phenomena reveal the multi-facetted scope of action and the opportunities of negotiations of the relevant actors in this specific context, such as in the field of language, culture and religions.
Within the conference’s interdisciplinary research spectrum, about fifteen scholars from eight different countries (Egypt, Eritrea, Ethiopia, France, Germany, Israel, Netherlands and Sudan) presented their work in the topic, which was critically discussed among the participants afterwards. The WAKHVA-organizers explicitly invited junior scholars (graduates and PhD-candidates, postgraduates, research associates and fellows) from Germany and abroad to participate in the interdisciplinary discourse.
The scheduled topics of the conference, grouped into panels, were (1) Law and Politics, (2) History and Religion, (3) Culture and Language.